Kunst als kommunikative Praxis

Die Galerie Freihausgasse in Villach bietet seit 2013 mit ihrer neuen Kurautorin Edith Kapeller immer wieder spannende Projekte. Gezeigt wird zeitgenössische österreichische und internationale Kunst, begleitet von einem Kunstvermittlungsangebot.
Am 13. Dezember 2016 wurde die neue Ausstellung „Kunst als kommunikative Praxis“ eröffnet. Bis 4. Februar 2017 kann man die kreativen und tiefgründigen Arbeiten der Studierenden und Absolventen/-innen der Abteilung kkp an der Universität für angewandte Kunst Wien noch bewundern. Kurautorin dieser Ausstellung ist Barbara Putz-Plecko.

Wir haben die Ausstellung selbst besucht und präsentieren euch nun unsere Favoriten.

„Ohne Titel“ von Daniel Stuhlpfarrer

Mit dieser Arbeit konfrontiert uns der Künstler mit der Frage über das Innere, in das man nicht hineinsehen kann. Man weiß nie, was sich darin verbirgt. Vielleicht ist es etwas Gefährliches, etwas, wovor man sich in Acht nehmen sollte (oder auch umgekehrt). Obwohl die Gefäße etwas Weiches und Angenehmes ausstrahlen, deutet das Poster im Hintergrund mit den 3D-wirkenden Spießen auf das genaue Gegenteil hin.

„Ohne Titel“ von Daniel Stuhlpfarrer

„Absence“ von Nicole Weniger

Eine weitere Arbeit, die uns sofort angesprochen hat: eine inszenierte Fotografie, die eine trostlose und düstere Landschaft zeigt. In der Mitte steckt eine Flagge mit goldener Rettungsdecke, die auf menschliches Leben hinweist. Jemanden, der diese dort platziert hat. Aber sowohl Landschaft als auch Flagge wirken vollkommen verlassen. Irgendetwas stimmt hier nicht.

„Absence“ von Nicole Weniger

Zu sehen sind zwei Videos von einer gewöhnlichen Alltagssituation einer Person. Auf den ersten Blick sind die beiden Szenen nicht sehr unterschiedlich. Ein wenig verschobener Blickwinkel, andere Belichtung und zeitversetzt. Aber bei genauerem Hinsehen bemerkt man vielleicht einen Unterschied beim Verhalten der Person. Wann verstellt sie sich? Wann ist sie sie selbst? Was ist inszeniert? Was ist echt?

Uns hat die Ausstellung sehr gut gefallen und auch einige Denkanstöße gegeben – können wir nur weiterempfehlen!

Übrigens: Am 31. Januar 2017 veranstaltet der Performer Daniel Aschwanden einen Workshop mit Schüler/innen des CHS und Studierenden der Angewandten, um sie dem Thema Kunst und Kommunikation näher zu bringen.

„Raumkörper“ von Rado Prokop
„Ohne Titel (Haus ohne Eigenschaften)“ von Martina Schiller
„There is a text performing“ von Simona Bergmann
„Du kannst mich mal kunstweise!“ von Sandra Lieners
„Funken, Feuer, lichterloh“ von Elias Stern
„Inside – outside“ von Clelia Baumgartner
„Monochrome 1 + 2“ von Klemens Frick
„Material/Körper“ von Paul Buschnegg
„Prolog – Erste Begegnung“ von Shoba Untersteiner

Text, Fotos und Erfahrungen by Carmen Dullnig und Annemarie Rauter